Autohaus in Sachsen-Anhalt spart mit umweltfreundlicher Kälte jährlich 12.500 €

November 18, 2014

Energetisch gesehen sind Autohäuser nicht einfach zu handhabende Objekte – die Außenwände sind oft großzügig verglast und nicht besonders gut gedämmt. Dazu kommen zum Großteil sehr hohe Verkaufsräume und insgesamt weitläufige Flächen.

Das Autohaus Merseburg

Diese Faktoren können zu sehr hohen finanziellen Belastungen bei der Bereitstellung von Strom, Wärme und Klimatisierung führen. Im Winter lassen sich die Heizkosten mit guten Verglasungen im Rahmen halten, aber im Sommer fallen teilweise sehr hohe Kosten für die Klimatisierung an, weil die sichtoffene Bauweise auch das Sonnenlicht ins Gebäude lässt. Damit die potenziellen Käufer die blitzenden Automobile entspannt betrachten können, ist dann selbstverständlich eine gute Kühlung erforderlich.

Mit dieser Thematik beschäftigte sich im Jahr 2012 auch der Eigentümer des Nissan und Peugeot Autohauses in Merseburg (Sachsen-Anhalt), Alexander Reefschläger. Das 2006 bezogene Gebäude, welches die Verkaufsräume, Lager und Verwaltung beherbergt, erwies sich mit seiner in die Jahre gekommenen Haustechnikanlage als regelrechter Energiefresser. Es musste eine Lösung für die hohen Betriebskosten gefunden werden.

Nach intensiven Gesprächen mit dem Geschäftsführer der Firma Eckhardt Feuerungs- und Heizungsservice, Dipl. -Ing. Dietmar Eckhardt, entschied man sich für eine clevere Verbindung aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und einer Adsorptionskältemaschine (AdKM). Damit wird in sogenannter Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) die Herstellung von Strom, Wärme und Kälte durch eine Anlage bewerkstelligt. Solche Anlagen sind nicht nur bei Serverräumen und im industriellen Bereich sondern auch in Verkaufsräumen und Autohäusern in Deutschland auf dem Vormarsch.

Ersparnisse von 12.500 Euro pro Jahr

„Wir hatten das BHKW schon installiert, als Herr Eckhardt die Idee hatte, die Abwärme des Geräts im Sommer als Antriebsenergie zur Kältegewinnung zu verwenden und so die Laufzeit der Komponenten deutlich zu verlängern. Ausschlaggebend hierfür war das Problem, dass sich im Hochsommer der Verkaufsraum durch die offene Architektur auf fast 30 Grad erwärmte.“ Durch die Integration der InvenSor AdKMs in das bestehende KWK-System hat sich die Effizienz der Anlage nochmals erhöht. „Wir sparen seit der Installation der neuen Komponenten im Dezember 2012 jährlich mindestens 12.500 € ein im Vergleich zur alten Anlage“, sagt der zufriedene Besitzer Herr Reefschläger.

Der Verkaufsraum des Autohauses Merseburg

Als BHKW wählten Reefschläger und Eckhardt ein gasbetriebenes EC Power XRGI-15 mit 30 kW thermischer und 15 kW elektrischer Leistung, da Herr Eckhardt in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit diesem Modelltyp gemacht hat. Das BHKW hat einen Gesamtwirkungsgrad von 92 % (ohne Brennwertnutzung). Die Dimensionierung ist auf das Autohaus und die angeschlossenen Werkstatt abgestimmt. Weniger als 20% des erzeugten Stroms werden vergütet ins Netz eingespeist, der Rest wird – ökonomisch vorteilhaft – selbst verbraucht.

Für die Klimatisierung des Autohauses sorgt nun eine InvenSor LTC 10 plus (Low Temperature Chiller) Adsorptionskältemaschine,eine speziell für den Antrieb durch BHKWs entwickelte Maschine mit integrierter Hydraulik. Die Nennleistung liegt bei 10 kW. Im Gegensatz zu herkömmlichen strombetriebenen Klimaanlagen nutzt die InvenSor Kältemaschine die Abwärme des vorhandenen BHKWs als Antriebsenergie, um Kälte zu produzieren.

Der Strombedarf für die Kühlung sinkt dadurch um ca. 70%, als Kältemittel kommt statt klimaschädlicher Substanzen reines Wasser zum Einsatz. Die Laufzeit des BHKWs erhöht sich um über 1000 Stunden: Die XRGI-15 Maschine kam im Jahr 2013 auf 6.500 Betriebsstunden.

Wie funktioniert eine KWKK in einem Autohaus?

Ein BHKW erzeugt aus dem Brennstoff (meist Gas) Strom und Abwärme. Der Strom wird entweder vor Ort verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist. Die Wärme kann im Heizungssystem des Objektes verbraucht werden, in ein Wärmenetz eingespeist werden oder von der AdKM zur Kühlung genutzt werden. Die Maschinen von InvenSor arbeiten mit warmem Wasser im Temperaturbereich zwischen ca. 60 und 90 °C als Antriebsenergie zur Bereitstellung von Kaltwasser. Die großen Vorteile des Adsorptionsprozesses: er arbeitet fast ohne Strom, wodurch eine massive Einsparung an elektrischer Energie möglich wird, und er nutzt als Kältemittel reines Wasser, was deutliche Vorteile für Umwelt und Klimaschutz bedeutet. KWKK-Anlagen zeichnen sich insgesamt durch sehr hohe Wirkungsgrade aus.

Clevere Nutzung der Fußbodenheizung

„Ein großer Vorteil des Gebäudes in Merseburg lag darin, dass wir die vorhandene Fußbodenheizung nutzen konnten, um im Winter das Warmwasser des BHKWs einzuleiten und im Sommer mit dem Kaltwasser aus der AdKM die Verkaufsräume zu kühlen. Hätten wir eine Luftkühlung für die Klimatisierung verwendet, hätten wir diese mit einer Leistung von mindestens 30 kW verbauen müssen. Hier spart der Besitzer also sehr viel Energie ein“ erläutert Dipl.-Ing. Dietmar Eckhardt.

KWKK Anlage: BHKW und Adsorptionskältemaschine

Um auch Spitzenlasten in der Versorgung abzudecken, stehen im gleichen Raum wie AdKM und BHKW ein Warm- und ein Kaltwasserpufferspeicher mit jeweils 1.000 Liter Fassungsvermögen, welche die Energiemengen aufnehmen, die nicht direkt in die Gebäudeklimatisierung, die Heizung oder den Warmwasserbedarf fließen. Bei dieser KWKK-Anlage wurde ein Adsorber verwendet, da bei diesem Anlagentyp die benötigte Vorlauftemperatur im Gegensatz zu Absorbern niedriger ist und deshalb bestens zu dem verbauten EC Power BHKW passt.

Das Kaltwasser wird im Sommer mit einer minimalen Temperatur von 18 Grad in die Fußbodenkonstruktion eingespeist und hindert durch die große Masse des Fußbodens die Verkaufsfläche und die Büros auch bei hohen Temperaturen an einer starken Aufheizung. Die Rücklauftemperatur vom Verkaufsraum zur AdKM liegt bei 25 Grad.

Die alten Split-Geräte zur Büroraumkühlung wurden überflüssig. Auf einer Gesamtfläche von 260m2 kühlt nun die Fußbodenkonstruktion das Gebäude. Die Regulierung läuft über die Steuerung der Heizung und ist einfach für jeden Mitarbeiter zu bedienen.

Gesamtamortisation von circa fünf Jahren

Adsorptionskältemaschine LTC 10 plus mit Touch Display

Das Gesamtprojekt konnte von der Auftragserteilung bis zur vollständigen Installation sehr zügig realisiert werden. Im Juni 2012 verschickte Eckhardt Feuerungs- und Heizungstechnik das Angebot, im September begann bereits der Einbau der Komponenten. Die Inbetriebnahme folgte im Dezember 2012. Fördermittel wurden nur in Form der KWK-Investitionszulage des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) in Anspruch genommen. Herr Eckhardt arbeitete schon vor dem Projekt im Autohaus mit KWKK-Anlagen, bei denen zur Kühlung bis dahin nur Absorber zum Einsatz kamen.

Die Adsorptionskältemaschinen haben ihn jedoch überzeugt: „Die Zusammenarbeit mit InvenSor ist wirklich sehr professionell, ich bin mir sicher dies war nicht das letzte mögliche Projekt. Die gesamte Anlage des Betriebs in Merseburg läuft sehr zuverlässig. Also ich bin von dem Potenzial der KWKK absolut überzeugt,“ erklärt Herr Eckhardt.

Die Amortisation der Gesamtanlage liegt laut Berechnungen von Eckhardt Feuerungs- und Heizungsservice bei etwas über fünf Jahren. Dies ist ein sehr guter Wert für derartige Anlagen. Der Besitzer Herr Reefschläger ist dementsprechend zufrieden: „Die vorher angefertigten Berechnung von Herrn Eckhardt zur KWKK waren sehr genau, sodass sich die Einsparungen fast exakt bewahrheitet haben. Dabei ist unsere Haustechnikanlage nicht nur sehr effizient, sie schont auch die Umwelt dadurch, dass wir nun viel weniger CO2-Austoss haben im Vergleich zur Alt-Anlage.“

Eine ähnliche Anlage in einem Autohaus in der Nähe von München hatte bereits Anfang 2012 einen der Kältepreise des Bundesumweltministeriums erhalten. Seitdem sind eine Reihe von Betrieben diesem Beispiel gefolgt und produzieren kostengünstig Strom, Kälte und Wärme in einer KWKK-Anlage.

Adsorption auf dem Vormarsch

Übersichtliche Integration in die Haustechnikanlage

InvenSor Adsorptionskältemaschinen gehören zu den anwenderfreundlichsten und zuverlässigsten Geräten auf dem Markt. So lassen sich Zieltemperaturen für Kaltwasser und für den Rücklauf im Antriebskreislauf über das mehrsprachige farbige Touch-Display sehr einfach einstellen. Sogar eine Nutzung als Wärmepumpe ist schon vorbereitet und kann am Gerät aktiviert werden. Mit der bereits integrierten Hydraulik können Fachleute und Planer ihre speziellen Lösungen wie z.B. Nutzung von freier Kühlung an kalten Tagen umsetzen, ohne die Komplexität und damit Fehleranfälligkeit der Gesamtanlage wesentlich zu erhöhen.

Der leicht zu bedienende Inbetriebnahme-Modus, eine automatische Betriebsoptimierung und die standardmäßig vorhandene Internet-Schnittstelle machen die Geräte von InvenSor zu Plug & Play-Geräten, die selbst mit geringen Vorkenntnissen sehr gut zu bedienen sind.

Über das Autohaus Merseburg

Am 01.07.1991 gründete Alexander Reefschläger die Autohaus Merseburg Nord GmbH. Mit den Jahren entwickelte sich der Betrieb stetig weiter: Aus der kleinen KFZ Werkstatt entstand 1997 in der Halleschen Straße ein neues modernes Autohaus, das für seine Kunden alle Dienstleistungen rund um das Automobil anbot.

Nach einem Großbrand zog das gesamte Team der Firma in das jetzige Gebäude (Baujahr 1993) um. Mit rund fünfzig Mitarbeitern in den Bereichen Verkauf, Werkstatt, Lager und Verwaltung und knapp 250 verfügbaren Neu- und Gebrauchtfahrzeugen ist das Nissan und Peugeot Autohaus Merseburg einer der größten Autohandelsbetriebe im Saalekreis.

Download Fachbericht (PDF)

Technische Daten der Anlage im Autohaus Merseburg

KühlsystemInvenSor Adsorptionskältemaschine LTC 10 plus mit Free Cooling, 10 kW Nennleistung und integrierter Hydraulik, geschlossene trockene Rückkühlung, 1000 Liter Pufferspeicher Kaltwasser
AntriebswärmeEC Power BHKW Typ XRGI-15 mit 30 kW thermischer und 15 kW elektrischer Leistung, 1000 Liter Pufferspeicher Warmwasser
KlimatisierungFußbodenkühlung (260qm)
InstallationDezember 2012
AmortisationVoraussichtlich circa 5 Jahre