Miele entscheidet sich für ADsorptions-Kältetechnik von InvenSor

Februar 26, 2017

Das richtig zugeschnittene Energiekonzept kann automatisch Stromkosten reduzieren und zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz im Unternehmen führen. Das ist so passiert bei dem Haushaltsgerätehersteller Miele & Cie. KG im Werk Bünde. Durch den Einsatz eines Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs (KWKK)-Systems mit ADsorptionskältemaschinen der Cleantech-Firma InvenSor ist es Miele gelungen, den Energiebedarf für die Kühlung bedeutend zu senken.

Seit April 2015 wird das neue Energiesystem effektiv genutzt. Es besteht aus 11 InvenSor ADsorptionskältemaschinen LTC 10 plus-FC (mit Free Cooling-Funktion) mit zusammen 110 kW Kälteleistung und zwei Viessmann Blockheizkraftwerken (BHKW) mit insgesamt 480 kW elektrischer und 720 kW thermischer Leistung.

Hierbei ist besonders der hohe Wirkungsgrad bei gleichzeitig langer Laufzeit der BHKWs, v.a. auch in der warmen Jahreszeit, bemerkenswert.

Darüber hinaus ist es dem Familienunternehmen seitdem möglich, eigenen Strom für das gesamte Werk zu erzeugen. Dadurch ist es zukünftig unabhängiger vor steigenden Strompreisen durch die Energieversorger.

Die vom BHKW erzeugte Abwärme wird zur Kälteerzeugung in den ADsorptionskältemaschinen verwendet, welche mit dem natürlichen Kältemittel Wasser arbeiten. Im Winter greift zudem die integrierte Free Cooling- Funktion der InvenSor Kälteanlagen, welche bei Außentemperaturen von bis zu 15°C direkt über die Außenluft kühlen. Somit steht die Abwärme im Winter zusätzlich für die Gebäudeheizung zur Verfügung.

Innovativ und Wirkungsvoll

Vor der Umsetzung des KWKK-Systems in Bünde nutzte das Unternehmen für die insgesamt zehn Gebäude nur eine Kesselanlage, die aus zwei separat platzierten Kesselhäusern bestand. Durch Umstrukturierungen in der Produktion, zusätzlichen Laboren in der Entwicklung sowie Effizienz- maßnahmen an den Fertigungsanlagen ist der Kältebedarf in letzter Zeit weiter angestiegen. Es musste also eine Lösung her, die sowohl effektiv als auch langfristig kostensparend ist.

Dafür hat sich Klaus- Dieter Stellbrink, Leiter der Betriebstechnik im Werk Bünde, an ein örtliches Ingenieurbüro gewandt. Gemeinsam wurde daraufhin ein adäquates Energiekonzept erstellt, welches die hohen Anforderungen optimal erfüllte und problemlos umgesetzt werden konnte. Man kam zu dem Entschluss adiabate Rückkühler einzusetzen, wovon sich einer auf dem Dach des Werkes und ein weiterer neben der Produktionshalle befindet. „Anhand dieser Erneuerung ist es uns gelungen, das Werk ausschließlich mit ADsorptionskälte zu versorgen.

Die bisher verwendete herkömmliche Kältemaschine wird dadurch nur noch für besondere Einsätze betriebsbereit gehalten“, erläutert Oliver Tamm, Produktmanager bei InvenSor. Weiterhin wurden zwei Pufferspeicher in das System integriert, die jeweils als Wärme- und Kältespeicher dienen.

Die ADsorptionskälte sollte anfangs ausschließlich für die Kühlung der Laseranlagen, der Pressstraßen für Bleche und zur Klimatisierung der zusätzlichen Räume in der Abteilung Qualitätsmanagement eingesetzt werden.

Da die Kälteanlagen aber immer noch über Kapazitäten verfügten, entschloss man sich kurzerhand den Serverraum sowie die Laborräume in das InvenSor Kältesystem mit einzubinden. Die Anlagen wurden dezentral an zwei verschiedenen Standorten aufgestellt, um die Kälteerzeugung direkt bei den Kälteverbrauchern zu platzieren. Somit wurden Leitungswege und Energieverluste minimiert.

Kühlung direkt an Ort und Stelle

Bei Miele in Bünde sind 570 Mitarbeiter für die Entwicklung und Fertigung von Kochfeldern, Dampfgarern und Wärmeschubladen verantwortlich. Das Werk verbraucht jährlich über 3.900 MWh Strom und 7.600 MWh Erdgas auf einer Gesamtfläche von 82.600 m2.

Da Miele nicht nur bei den eigenen Produkten, sondern auch bei deren Herstellung hohen Wert auf Nachhaltigkeit legt, fiel die Entscheidung auf die umweltfreundliche ADsorptionstechnologie leicht.

„Die Kälteanlagen sind optimal für unsere gewünschte Kälteleistung und sorgen für einen reibungslosen Betrieb“, so Thomas Götting, Mitarbeiter der Betriebstechnik in Bünde.

Die Energiekosteneinsparung durch diese KWKK-Anlage soll laut Göttings Prognose bei ca. 240.000 Euro jährlich liegen. Eine Investition, die sich ökonomisch und ökologisch rechnet. In den nächsten Jahren sind bei Miele weitere Projekte im Bereich Kühlung geplant.

Da die Zusammenarbeit bestens funktioniert hat, stehen auch hierfür wieder die InvenSor ADsorptionskältemaschinen an erster Stelle. „Wir haben viel Unterstützung aus dem Hause InvenSor erhalten und sind mit dem Ergebnis rundum zufrieden“, erklärt Herr Götting abschließend.

InvenSor ADsorptionskältemaschinen gehören zu den anwenderfreundlichsten und zuverlässigsten Geräten auf dem Markt. Der Umstieg auf die nachhaltige Technologie lohnt sich bereits ab Kälteleistungen von 10 kW. Die Anlagen sind im Leistungsbereich von bis zu 300 kW im Einsatz.

Die mit dem ADsorptionsprozess bei der Kälteerzeugung erreichten Energiekosteneinsparungen liegen dabei in der Regel bei bis zu 70 %. Der eigens für die Geräte entwickelte Mikrocontroller erlaubt eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten und Anpassungen an die jeweiligen Anforderungen des Gesamtsystems und des Anwenders.

Technische Daten der Anlage

Kühlsystem11 InvenSor ADsorptionskältemaschinen LTC mit 110 kW Nennleistung
Antriebswärme2 Viessmann BHKW mit je 240 kW el / 360 kW th
Kühlanwendung<Maschinenkühlung, Raumkühlung
InstallationApril 2015